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Stuttgart wehrt sich


(c) Foto Alexander Stöckle©
Aktionen gegen den geplanten Kahlschlag in Kunst und Kultur   In den letzten drei Monaten hat sich in Stuttgart ein breites, spartenübergreifendes Bündnis gegen den Kahlschlag im Kulturbereich gebildet. Betroffene wie von den Kürzungen nicht betroffene Institutionen, Künstler und Kunstinteressierte haben eine öffentliche Debatte über die Zukunft der avancierten Kunst in Stuttgart angestoßen, den „Stuttgarter Appell“ formuliert und ihren Unmut am 19.11. mit einer Demonstration, der Art Parade, an der über 1.500 Personen teilnahmen, kund getan. Über die aktuelle Spardebatte hinaus, sollen nun die kulturpolitischen Ziele und Forderungen seitens der Künstler, Kunstinstitutionen und Kulturinteressierten nachhaltig diskutiert werden.

E-STUTTGART.ORG
Im September 2009 ging e-stuttgart.org, ein kulturpolitisches Onlineforum, an den Start. Neben Informationen und Diskussionen zu den aktuell geplanten Kürzungen im Kulturbereich und deren verheerenden Auswirkungen, versteht es sich als langfristiges öffentliches Forum zu lokalen kulturpolitischen Themen und Missständen.

Siehe: www.e-stuttgart.org

PODIEN
Am 7. Oktober 2009 fand im Württembergischen Kunstverein ein erstes Podium zur Frage „Keine avancierte Kunst in Stuttgart?“ statt, an dem VertreterInnen des Kunstvereins, des Künstlerhauses, der Staatsgalerie, der Staatsoper, der Akademie Schloss Solitude und der Bachakademie öffentlich über die Zukunft der Kunst in Stuttgart diskutierten. Am 16. November wurde die Diskussion im Rahmen eines Roundtables, zu dem die Staatstheater Stuttgart in die Oper einluden, fortgesetzt. Unter anderem ging es dabei um den „Stuttgarter Appell“, der im Rahmen der Art Parade an die Stadt übergeben wurde. Der große Bedarf an einer nachhaltigen Diskussion um den Kulturstandort Stuttgart soll nun zu weiteren Podien führen, die regelmäßig von immer anderen Institutionen ausgerichtet werden.

Siehe: www.e-stuttgart.org/2009/10/po...

Siehe:

www.e-stuttgart.org/2009/11/ro...

ART PARADE
Initiiert und organisiert durch den Stuttgarter Verein kunst08+ fand am 19.11.2009 die Stuttgarter Art Parade statt, zu der mehr als 150 Institutionen aller Kunstgattungen aufriefen und an der über 1.500 Personen teilnahmen. Mit Transparenten, Plakaten und Maskeraden zog die Parade vom Künstlerhaus Stuttgart zum Stuttgarter Rathaus, wo Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster persönlich den „Stuttgarter Appell“ entgegen nahm.

Siehe: www.artparade-stuttgart.de

STUTTGARTER APPELL
Der „Stuttgarter Appell“ ist ein kulturpolitisches Grundsatzpapier, das für den Erhalt und die Stärkung der vielfältigen Stuttgarter Kultur plädiert und vor den langfristigen Schäden einer Kürzung des Kulturhaushalts warnt.

Siehe: www.e-stuttgart.org/2009/11/st...

HINTERGRÜNDE
Anfang September dieses Jahres erhielten die Stuttgarter Kulturinstitutionen einen Brief der Kulturbürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann, in der diese, auf Grund von Verlusten bei den Gewerbesteuereinnahmen, drastische Kürzungen der städtischen Zuschüsse im Kulturbereich ankündigt. Von einigen Ausnahmen abgesehen, sollen alle Einrichtungen mit einem bisherigen Zuschuss von über 400.000 Euro um 10 %, alle anderen um 5 % gekürzt werden. Diesem Sparkonzept, über das der Gemeinderat am 18.12.2009 entscheidet, gingen keinerlei Gespräche im Vorfeld voraus, die hätten klären können, ob diese Kürzungen von den einzelnen Institutionen überhaupt noch verkraftet werden können. So liegen die städtischen Zuschüsse, die der Württembergische Kunstverein erhält, bereits heute auf dem Niveau von 1982 und decken die Fixkosten, obwohl diese auf ein Minimum heruntergeschraubt wurden, längst nicht mehr. Die geplanten Kürzungen würden tiefe Einschnitte beim Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm nach sich ziehen. Dem Künstlerhaus Stuttgart bliebe gemäß den geplanten Kürzungen nur mehr ein Programmetat von 3.000 Euro. Es stünde praktisch vor dem Aus. Den meisten Kultureinrichtungen drohen ähnliche Szenarien.
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