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Das im Aufbau befindliche Industrie-Museum Ennepetal ist Partner der Veranstaltungsreihe TATORT TECHNIK und Mitglied im Förderkreis Industriekultur Ennepetal e. V.
Die Sammlung von unternehmensgeschichtlichen Exponaten (Gusserzeugnisse, Fotos, Modelle und Arbeitsgeräte) in den Gebäuden der ehemaligen...
Die Sammlung von unternehmensgeschichtlichen Exponaten (Gusserzeugnisse, Fotos, Modelle und Arbeitsgeräte) in den Gebäuden der ehemaligen Eisengießerei Kruse (ursprünglich Holzwarenfabrik „Boedecker, Ebbinghaus & Co“) soll in baldiger Zukunft als Industrie-Museum Ennepetal präsentiert werden. Doch bereits jetzt können sich technisch interessierte Besucher davon schon einmal einen Eindruck bei einem Besuch des Geländes und der wunderschönen Industriehalle aus dem Jahr 1890 machen.
In Ennepetal-Altenvoerde gestaltet eine Privat- und Förderkreis-Initiative die ehemalige Eisengießerei Kruse in ein Industriemuseum um. Außer den Resten des Gießereibetriebes in der Neustraße sollen weitere Exponate der regionalen Industriegeschichte konserviert werden. Die 1951 aus Vorgängerbetrieben entstandene Eisengießerei Kruse liegt direkt an der Ennepe und der Ennepetalbahn. Das dreigeschossige Hauptgebäude aus Backstein wurde um 1890 von der Holzschraubenfabrik Boedeker, Ebbinghaus & Co. errichtet. Gusseiserne Säulen tragen die Geschosse. Im Erdgeschoss war zuletzt die Putzerei der Gießerei untergebracht, in den oberen Etagen das Modelllager und die bis heute vorhandene Firmen-Ausstellung. Das um 1800 erbaute, zweigeschossige Wohnhaus wurde mit Schiefer verkleidet und ist typisch für das Bergische Land.
Das etwa 1951 von Paul Garthe erbaute Betriebsbüro ist mit seiner »runden Ecke« charakteristisch für die damalige Architektur. Das ehemalige Herz des Betriebes ist die Gießhalle mit ihrer einzigartigen Dachkonstruktion. Daran schließt sich die Ofenhalle mit den Resten von zwei Kupolöfen an. Ferner sind noch Kantine und für die 1950er Jahre typische Sozialräume vorhanden. 2005 stellte die Gießerei Kruse ihren Betrieb ein. Professor Reinhard Döpp hatte den Mut, außer der Kruse-Sammlung (Gusserzeugnisse, Fotos, Modelle und Arbeitsgeräte) 2006 auch den gesamten Baubestand aus der Insolvenzmasse zu übernehmen. Ziel der Initiative ist es, die industriehistorisch einzigartigen Bauten zu erhalten, die Industriegeschichte der Region zu bewahren und dem Nachwuchs die Faszination technischer Berufe näher zu bringen. (Jens Schaefer, Heiko Wenke)
Der Förderkreis Industriekultur Ennepetal beteiligt sich an dem Projekt TATORT-TECHNIK „Alt mit Jung auf Spurensuche“. Hier haben sich mehrere Technikmuseen in der Region Südwestfalen zusammengeschlossen und die Veranstaltungsreihe „Geschichte und Geschichten“ entwickelt.
An allen Veranstaltungstagen können die kleinen und großen Spurensucher nicht nur alten Geschichten lauschen, sondern auch selbst tatkräftig Hand anlegen, Mineralien unter die Lupe nehmen oder heißes Eisen schmieden. Das aktuelle Programm können Sie unter www.tatorttechnik.kulturregion-swf.de einsehen.
In einem Bereich des Erdgeschosses befindet sich eine Vorführ-Gießerei, in der Kinder unter Anleitung kleine Teile selbst abformen und gießen können - sie können gegen eine kleine Spende als Andenken mit nach Hause genommen werden.