VERANSTALTUNGEN

Samstag, 08.10.2011 | 20:30 Uhr | Berlin
Performance,Zeitgenössischer Tanz


© © Angela Nina Yeowell

© © Fabio Uda, Brice Desault

© © Neil Thomas Douglas

© © Rebecca Camilleri

© © Ellinor Ljungkvist

© © Bernd Roser

© © Vicent Gisbert

© © Betty Lang

© © Andrés Galeano

© © Kirstine Rössler
10 times 6 Preis: 7€ - 12€

Beschreibung
„10 times 6“ heißt: 10 Stücke, keines länger als 6 Minuten, an einem Abend. Die Reihe gibt (noch) unbekannten Tänzern, Choreografen, Regisseuren... die Möglichkeit, in einem einfach gestalteten Rahmen ihre Werke zu zeigen. Zum 11. Performer wird dabei der Lichtdesigner, denn nach exakt 6 Minuten geht das Licht aus. Was dann nicht gesagt bzw. getanzt wurde, bleibt im Dunkeln. Bei der achten Ausgabe* von „10 times 6“ sind dabei:

Brice Desault: SVAR
Rosalind Masson: Hands Talk
Tümay Kılınçel: Ohne Titel - Work in Progress
Ellinor Ljungkvist & Christopher Williams: The animal in you
Stephanie Roser: Prinzessins Meer
Roxana Valdez & Vicent Gisbert: WHITE
Anna Anderegg & Marco Barotti: Capalou.
Lynda Aït Amer: Cycles for three
Angela Nina Yeowell: Smothered Pant Device
Katharina Wunderlich: Saved




Brice Desault: SVAR
Durch das strukturelle vektorautoregressive Modell (SVAR) lässt sich beschreiben, dass beispielsweise in Reaktion auf einen Ölpreisschock das Bruttoinlandsprodukt, die Investitionen, die Kapitalnutzung und die Reallöhne fallen, während Zinsen und Inflation steigen. Öl ist der zentrale Produktionsfaktor in der Weltökonomie. Laut EIA-Schätzungen lag der Anteil von Öl als Energierohstoff zwischen 1996 und 2006 bei 56%. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass es zur Herstellung einer breiten Produktpalette dient, z.B. Schmierstoff, Asphalt, Teer, Reifen, Lösungsmittel, Plastik, Schaum, Kaugummi, DVDs, Deodorants, Buntstifte...

Rosalind Masson: Hands Talk
Musik: Michael Tuttle
Adam braucht 4 Stunden, um einen Speer herzustellen und 3 Stunden für eine Axt. Oz braucht 1 Stunde für einen Speer und 2 Stunden für eine Axt. Oz ist also besser im Herstellen von Speeren und Äxten. Er braucht Adam nicht. Oder doch? Wenn Oz 2 Speere herstellt und Adam 2 Äxte und sie dann tauschen, hat jeder eine Arbeitsstunde gespart.

Tümay Kılınçel: Ohne Titel - Work in Progress
Idee und Realisation: Tümay Kılınçel
Vielen Dank: Annika Restin, Karen Leeren
Fotografie: Rebecca Camilleri
Der Orientalische Tanz beinhaltet mehrere Themen: Migration, Exotismus, Emanzipation, der (westliche) Blick (auf den Osten). Heutzutage befindet er sich zwischen Unterhaltungs- und Sehnsuchtstanz: „Was im Exotismus in das Andere projiziert wurde, wird nun als das Eigene reklamiert. Tanz bleibt in dieser Form ein Ausnahmezustand, der mit den im Alltag nicht zu verwirklichenden Wünschen besetzt wird.“ (Die Tänze des Maghreb von Viviane Liévre) Meine Bewegungsrecherche verlief als erstes über 'Hausfrauen - Hobby - Bauchtanz' Lektüren.
Die Arbeit befindet sich im Versuchs- und Aufbau-Stadium.

Ellinor Ljungkvist & Christopher Williams: The animal in you
Musik: Christopher Williams
„Was ist das Tier in dir?” war die Frage, die ich mir stellte, als ich meine Reaktionen und die anderer Menschen in ungewöhnlichen Situationen beobachtete. Druck ruft unbekannte Qualitäten hervor, die ich mit tierartigem Verhalten vergleichen möchte. Denn wenn sich ein Gefühl deiner bemächtigt, dann ist das eher eine Frage einer angeborenen Emotion als eine von moralischem Denken. EL

Stephanie Roser: Prinzessins Meer
„Ich wollte ein Stück machen, das mir Spaß macht, zu tanzen, bei dem ich gute Laune bekomme, wenn ich sie vorher noch nicht hatte. Die Idee dazu entstand aus einem glücklichen Moment beim Hören des genutzten Liedes, in dem alles plötzlich Sinn gemacht hat.” SR

Roxana Valdez & Vicent Gisbert: WHITE
In diesem Projekt wird Leere im Körper zugelassen – wie ein Gast, der verbunden mit Intuition und unbewussten inneren Zuständen Bewegungsimpulse veranlasst. Als Konsequenz entsteht ein weißer Körper, bereit über die Grenzen seiner Fähigkeiten hinauszugehen, seine etablierten Bewegungsmuster herauszufordern und Raum, Leere und Instinkt als Wege der Kommunikation zu nutzen.

Anna Anderegg & Marco Barotti: Capalou.
Im staubigen Morgengrauen eines kahlen Planeten schimmert etwas Klirrendes dem Mond entgegen. Der Krieger trennt die Massen auf der Suche nach dem Individuum. Materie ist. Entstehende Bilder vergehen, während ein einsamer Prinz seine Rosen zählt.

Lynda Aït Amer: Cycles for three
Performance: Lynda Aït Amer, Jakob Maché, Marion Sage
Auf der Grundlage von Samuel Becketts Stück „Quadrat”, das er 1980 für das Fernsehen geschrieben hat, begibt sich „Cycles for three” auf die Suche nach ähnlichen formalen Elementen, indem es sich auf Initiationsriten der griechischen Tragödien stützt.
„Cycles for three” konzentriert sich auf den rhythmischen Aspekt einer Choreografie, wobei es darum geht, eine Gruppe von drei Tänzern zu einem weißen Kreis in Beziehung zu setzen.

Angela Nina Yeowell: Smothered Pant Device
„In diesem audiovisuellen Experiment jage ich das Nichts. Ich streichle es, wie ich meinen Hund streichle. Ich entlocke ihm die Stille. Es gibt kein Zeitmaß, nur eine unhörbare Ode unter meinem Rock.” ANY

Katharina Wunderlich: Saved
Konzept, Choreografie, Tanz: Katharina Wunderlich
Produktion: Katharina Wunderlich
Musik: Dntel, CocoRosie
Warum bewegen Menschen sich in ihrem Leben so oft in wiederkehrenden Mustern?
Woher kommen die strukturellen Ähnlichkeiten im Verlauf ganz verschiedener persönlicher Beziehungen und Freundschaften? Mit ihrem Tanzsolo taucht Katharina Wunderlich in die Verstrickungen eigener Muster ein und sucht nach Momenten jenseits bekannter Programme und Handlungsschemata. Die Lücken im System werden zu Wegweisern in neue Bewegungsspielräume, doch ist es möglich, die Rückkoppelungen zu überlisten?


>>> BIOS >>> siehe unten




ada Studio & Bühne für zeitgenössischen Tanz in den Uferstudios, Studio 7, Uferstraße 23, 13357 Berlin (U8 Pankstr., U9 Nauener Platz)
Tickets: sliding scale 7 - 12 Euro, Reservierung/ Pressekontakt: Tel.: 21 800 507, ada-berlin@gmx.de
+++ Das ada erhält für das Jahr 2011 eine Spielstättenförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten. +++
Das ada ist Partner der tanzcard. Die tanzcard bietet ca. 20% Ermäßigung auf den regulären Eintrittspreis. Infos und Bestellung: www.tanzraumberlin.de




Brice Desault ist Choreograf und Performer. Er beschäftigte sich 10 Jahre lang, auch als Lehrer, mit Kampfkunst, bevor er am Peter Goss Center in Paris bei José Cazeneuve zeitgenössischen Tanz studierte. Als Tänzer arbeitete er u.a. mit Moto Armonico, Esther Aumatell, Saburo Teshigawara und Susanne Linke. 2009 präsentierte er erste eigene Stücke in Berlin und Venedig und war artist in residence beim Forlì Festival (Italien) und bei Codaspace in Kopenhagen (Dänemark).

Rosalind Masson ist Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin in Berlin und Großbritannien. 2006 schloss sie ihre Ausbildung an der London Contemporary Dance School ab und absolvierte danach ein Masterstudium in Media Arts and Imaging am Duncan of Jordanstone College of Art and Design in Dundee. Sie ist Mitglied des Künstlerpanels für „The Workroom” am Tramway in Glasgow und schreibt für das New Yorker Performance Journal „Movement Research”. www.rosalindmasson.moonfruit.com

Tümay Kılınçel hat 2010 den Pilotstudiengang Zeitgenössischer Tanz, Kontext, Choreographie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin abgeschlossen und arbeitet seitdem als freischaffende Performerin und Choreographin. Sie ist die Deutschland danceWeb Stipendiatin für ImpulsTanz Wien 2011 und erhielt außerdem ein Stipendium vom Goethe Institut. Ende 2011 beginnt Sie ihr Master of Arts Studium in Choreographie und Performance an der Justus Liebig Universität Gießen. In ihrer Heimatstadt Düsseldorf choreographiert sie am Goethe Gymnasium Düsseldorf für das Schüler Projekt Kleist.

Ellinor Ljungkvist ist zeitgenössische Tänzerin und kommt aus Schweden.
Christopher Williams, der den Kontrabass spielt, ist ein klassisch ausgebildeter Musiker und kommt aus Kalifornien. Beide leben und arbeiten in Berlin als Tänzer, Musiker und Ausstellungskuratoren (u.a. für „Based in Berlin” und „salon Certain Sundays”).

Stephanie Roser absolvierte 2005-2008 ihre Tanzausbildung an der Tanzakademie balance 1 und arbeitete als Tänzerin u.a. mit Sükrü Adil Timur (TANZTAGE 2008), Lara Russo (100 Grad Festival) und Mayra Wallraff (ROSI Berlin). Mit ihren eigenen choreografischen Arbeiten war sie im ada bereits bei „10 times 6” und NAH DRAN zu Gast. 2010 gewann sie den 3. Preis beim internationalen Festival für zeitgenössischen Tanz in Erfurt. Sie arbeitet als Tanzpädagogin und absolviert im Moment eine Ausbildung zur Pilates-Lehrerin.

Roxana Valdez absolvierte ihre Tanzausbildung an der National Classic and Contemporary Dance School am Arts National Center, Mexiko. Ihr künstlerisches Schaffen differenzierte sich vor dem Hintergrund kontinuierlicher Beziehungen zu anderen Kunstformen. Sie arbeitete zusammen mit Musikern, Videokünstlern, Photographen, Schriftstellern, bildenden Künstlern, Schauspielern und Dramatikern. Sie war DanceWeb Stipendiatin beim Internationalen Tanzfestival Impulstanz (Wien 2010). Derzeit erhält sie das México en Escena Stipendium.
Vicent Gisbert ist ein interdisziplinärer Künstler, der mit Körper, Bewegung und audiovisueller Sprache in seinen Projekten arbeitet. Seine Kurzfilme wurden bei diversen internationalen Film- und Video-Kunst-Festivals präsentiert und mit Preisen ausgezeichnet wie der Metropolis TVE Preis im Vad Festival 2010. Die Kurzfilmserie Serie01 stellte er in verschiedenen Kulturzentren aus. Er hat eigene, von ihm geleitete und interpretierte Stücke, wie Play und Habitaculo aufgeführt, aber auch in vielen Projekten anderer Künstler mitgewirkt.

Anna Anderegg wurde in der Schweiz geboren. Sie machte ein paar Schlenker, bis sie an einem Mittwoch den Entschluss fasste zu tanzen. Die Odyssee der Tanzschulen begann und sie strandete nach einer modernen Bühnentanzausbildung in Berlin. Sie wirkt in den unterschiedlichsten Projekten mit und verfolgt in ihrer eigenen Arbeit die Nutzung urbaner, nicht wirklich für Tanz vorprogrammierter Gegebenheiten, sowie ungewöhnliche Objekte und überflüssige Materialien. www.asphaltpiloten.net
Marco Barotti kam inmitten von Fischern und Weinbauern in der Toskana zur Welt. Nachdem er seine Eltern in den Ruin gestürzt hatte, indem er alle zur Verfügung stehenden Instrumente zerschmettert hatte, fand er seine Liebe zum Schlagzeug. Fünf Jahre später machte er seinen Abschluss an der Jazz-Akademie in Siena. Als lebende Tourmaschine reiste er nach Berlin, wo er seine gelbe Tasche und sein Schlagzeug stationierte. Er experimentiert mit fast allem, was als Schlagzeug dienen kann, spielt und komponiert Musik für Tanzstücke und hat ein eigenes musikalisches Projekt kreiert: Vesto Caino. www.thebarotti.com

Lynda Ait Amer Meziane wurde 1982 in London geboren. Seit kurzem lebt und arbeitet sie in Berlin, wo sie im Moment ein postgraduales Studium an der Kunsthochschule Weißensee absolviert. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit dem Anteil an Informationen in unserer Wahrnehmung und bedienen sich hauptsächlich alltäglicher Bewegungen als choreografisches Mittel.

Angela Nina Yeowell) war acht Jahre als Balletttänzerin in Europa und New York City unterwegs, bevor sie diesen Beruf aufgab und sich in Colorado niederließ, wo sie zahlreiche interdisziplinäre Performances kreierte und aufführte. 2008 zog sie nach Berlin, wo sie seither als Musikerin arbeitet. Im Sommer 2008 war sie eine der beiden Residentinnen der „Little Performance Residency” im ada Studio.

Katharina Wunderlich tanzte am Theater Kiel und der Staatsoper Hannover und arbeitete dort mit Stefan Thoss, Mats Ek, Morgan Belenguer und Yuki Mori zusammen. Seit 2005 wirkt sie als freischaffende Tänzerin in zahlreichen Tanz- und Theater-Produktionen von u.a. Felix Landerer, Henrik Kaalund, Clint Lutes, und der Wee-dance-company mit und wurde auf internationale Festivals in Simbabwe, Tallin und Houston eingeladen. Seit 2010 choreografiert und konzipiert sie ihre eigenen Stücke wie z.B. das TanzKonzert „SchattenRosen“ – eine Koproduktion mit der Band Lina Fai, die Mitte Oktober im TheaterforumKreuzberg uraufgeführt wird.