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DIE RUMÄNISCHE HAIKUGESELLSCHAFT
aus Konstanza

 

         Die rumänische Haikugesellschaft aus Konstanz ist am 18. Januar 1992 entstanden, als ein Paar Enthusiasten und Verehrern der Haikudichtung sich in einer Saal der Kreisbibliothek gesammelt haben und über die Gründung einer Haikugesellschaft entschieden haben. Vom Lehrer Ion Codrescu angeregt, haben die Teilnehmer entschloβen, eine Zeitschrift für diese poetische Gattung herauszugeben: so erschien Der Albatros. Sie haben auch entschloβen, sich monatlich zu treffen, auch im Laufe demselben Jahr ein internationales Haikufest zu organisieren. Einige Teilnehmer fanden alle diese Projekte unmöglich. Aber wegen der Arbeit und der Begeisterung der Haikuverehrern sind die Leistungen der Haikugesellschaft sehr wichtig. Die folgenden Jahren haben beweisst, dass es in Konstanz viele Dichter gab, die die Haikudichtung liebten und die sich in diesem Bereich durchsetzten.

 

         Die Zeitschrift Der Albatros wurde schnell sowohl im ganzen Land als auch Auβland sehr bekannt und anerkannt, weil sie auf rumänisch uns auf englisch veröffentlicht wurde. Dem Schriftleiter Ion Codrescu ist gelungen, einigen rumänischen und auβländischen Persönlichkeiten auf die Realisierung der Zeitschrift einzubeziehen. Die Zeitschrift hat viel für die Haikuverehrern bedeutet. Sie wurde einmal oder zweimal pro Jahr veröffentlicht und sie wurde sehr gelobt und erwartet insbesondere für die schöne Gedichte, Essays, Materialien, Rezensionen, alle japanischen Gattungen: Haiku, Senryu, Tanka, Renga, Rengay, Haiku oder Gunsaku Abschnitte oder Materialien, die die Geschichte der Haikudichtung oder Technik der Dichtung enthalteten.
         Das erste internationale Haikufest wurde im Juni 1992 organisiert, mit der Teilnahme von kulturellen Persönlichkeiten aus Japan, Frankreich, Belgien oder aus den USA.
         Bei dieser Gelegenheit wurde die erste Haikuanthologie realisiert, eine Sammlung von rumänischen und ausländischen Haikugedichten.
         Das nächste Jahr hat noch einmal ein Kolloquium mit rumänischen Dichter stattgefunden, aber im Jahr 1994 wurde das zweite internationale Haikufest organisiert, mit der Teilnahme von vielen ausländischen Persönlichkeiten, diesmal wurden auch Dichter aus Kanada, Neuseeland und Jugoslawien eingeladen.
         Die beiden Haikufesten haben sich einer groβen Hochschätzung von den Teilnehmer wegen der Qualität und der Anzahl der Essays erfreut. Es gab da viele Diskussionsbeiträge, freie Diskussionen, Werkstätten, Lancieren von neuen Gedichtbänden oder Essayanthologien, Ausstellungen von Bücher oder Haikuzeitschriften, Filme über das Reisen in Japan, Musik mit der Thematik der Haikus und anderen kulturellen Ereignissen, wie zum Beispiel einen Ausflug durch Rumänien für die ausländischen Teilnehmer.
         Die Wichtigkeit des zweiten Haikufestes war groβ, weil wir im Jahr 1994 den 300. Jahrestag des Dichters Bashô feierten.
         Seit 1994 wurde jährlich im Herbst ein nationales Kolloquium mit der Teilnahme von Dichter und Persönlichkeiten aus dem ganzen Welt organisiert. Auf diese Weise haben sich die Dichter aus Konstanz mit allen Haikuverehrern aus dem ganzen Land befreundet.
         Am Anfang war der Anzahl der Teilnehmer an der Haikugesellschaft aus Konstanz von 40-50, Dichter von verschiedenen Alter und Anliegen, dann hat das Leben entschieden. Vielen von ihnen haben sich zurückgezogen, weil sie andere Tätigkeiten bevorzügten, andere haben die Haikugesellscaft verlassen, andere waren schon müde darauf. Trotzdem hat die Haikugesellschaft jüngere Teilnehmer gewonnen und seine literarische Aktivität hat eine gute Fortsetzung gehabt.
         Obwohl die Haikugesellschaft am Anfang viele unbekannte Dichter gehabt hat, können wir sagen, dass heute, nach vielen Jahren von Erfolg, viele von ihnen sehr bekannte Haikudichter sind. Sie haben schon viele Haikubände, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften in unserem Land und Ausland, ihre Haikudichtung wurde in Anthologien enthaltet und sie haben viele Preise an nationalen und internationalen Wettbewerben gewonnen.
         Die Zeitschrift Der Albatros , deren Schriftleiter Ion Codrescu war, ist eine der bekanntesten Fachzeitschriften der Welt wegen der höhen Qualität der Studien, der Essays und der Gedichte, die hier veröffentlicht wurden.
         Als der Dichter Ion Codrescu sich zurückgezogen hat, ein anderes Redaktionskollektiv sich durchgesetzt hat und fortgesetzt hat, die Zeitschrift Der Albatros zu veröffentlichen.
         Die Zeitschrift wurde auch dafür geschätzt, dass es hier viele Veröffentlichungen von Haikukursen für die Anfänger gab, vom Ferris Gilli aus den USA geschrieben. Man brauchte doch diese Kurse, um die Haikutechnik zu unterrichten.
         Gewöhnlicherweise treffen sich die Teilnehmer der Gesellschaft einmal pro Monat Die Zusammenkünfte dienen zur informieren der Teilnehmer, die Neuigkeiten und die erschienenen Bände von unserem Land und von Ausland zu erfahren. Es werden auch Zeitschriften und neue Gedichtbände vorgelegt und es werden Zukunftpläne gemacht. Die Teilnehmer lesen die Briefe, die sie bekommen haben, sie lösen die alltäglichen Probleme, aber der Hauptteil des Treffens ist der Haikuvortrag. Jeder Teilnehmer kann sich in der Konversation einmischen und seine Meinung über die Gedichte sagen, man kann sogar Änderungen vorschlagen, weil es eine gegenseitige Hilfe zwischen den Teilnehemern der Gesellschaft gibt.
         Auβer unserer Haikugesellschaft aus Konstanz, entwickelt sich die Haikuaktivität auch in anderen Gesellschaften. In Bukarest gibt es Die rumänische Haikugesellschaft, die halbjährlich die Zeitschrift  Haiku veröffentlicht und die im 1991 entstanden ist. In Slobozia gibt es Die Tanka und Haikuschule, die die Zeitschrift Orion veröffentlicht. In Targu Mureş wird der Haikuklub Ephemere Freuden organisiert, wo der Dichter Ioan Găbudean die Zeitschrift  Orpheus veröffentlicht hat. Er hat auch in einer Sammlumg mehr als 60 Bände von Haiku, Senryu, Rengay, Tankagedichte veröffentlicht. In unserem Land werden auch Haikuvollversammlungen in Cluj Napoca, Piatra Neamţ und Vişeu organisiert.
         Auβer dieser Fachzeitschriften gibt es auch in unserem Land viele anderen wichtigen Fachzeitschriften, die oft oder gelegentlich Haikugedichte veröffentlichen. Man kann hier Der Zeitgenossische und Sentimentale Dämmerung  aus Bukarest, Der Stern aus Cluj Napoca, Die Poesie aus Iaşi, Die Literarische Synthese aus Ploieşti, Tomis aus Konstanz und noch andere erinnern.
         Im Bezug auf der Meinungen der Kritik kann man sagen, dass der rumänische Kritiker Ion Rotaru in einer Geschichte der rumänischen Literatur  über die Haikudichter und ihren Zeitschriften und Vollversammlungen geschrieben hat. Er hat über die rumänischen Dichter und über die Preise, die sie sogar in Japan gewonnen haben gesprochen. Man kann über die Haikudichter aus Konstanz sagen, dass sie schon von 3 bis 5 Haikugedichtsbände haben, sowohl auf rumänisch, als auch auf englisch. Einigen von Ihnen werden sogar im Ausland veröffentlicht, wie zum Beispiel der Dichter Ion Codrescu, dessen Haikugedichtsbände in den USA, in England oder in Frankreich veröffentlicht wurden.
        
         Andere Haikudichter aus Konstanz sind:
 
·        Laura Văceanu:  Das Gedächtniss eines Augenblickes – alle  japanischen Gattungen
·        Ion Faiter:     Bonsai    dasselbe 
·        Radu Patrichi:  Der alte versucht... – Haiku
·        Stela Moise: Nur das Himmelblau – Haiku, Tanka und Haibun
·        Ana Ruse: Taudiamanten und Die Gefühle eines Augenblickes – Haiku
·        Dumitru Radu: Das Geschweder mit Schmetterlingen und Der Sommer zwischen den Weiden – dasselbe
·        Alexandra Munteanu:  Erinnerungen, Gedanken, Bücher mit Ausstellungen von Haikuautoren
·        Dumitru Ene-Zărneşti: Der Kranich bewacht und Lyrische Impulse – Haiku
·        Sonia Cristina Coman: Die leere Wiege – Haiku 
 
         Diese Haikudichter haben noch so viele Gedichtsbände nur auf rumänisch veröffentlicht. Als die Jugendlichen über diese japanische literarische Gattung informiert sein müssten, wurden wahrhafte Unterrichte mit Schüler aus Schulen und Gymnasien organisiert, wo berühmte Lehrer oder Haikudichter unterrichteten. In Konstanz, Târgu Mureş, Cluj Napoca, Oraviţa, Bacău und Hârşova werden Haikuvollversammlungen organisiert. Infolge dieses Tates sind kleine Haikuanthologien erscheinen, vom jungen Haikudichter geschrieben. Hier kann man neue Themen bemerken, weil immer die jüngere Generation eine andere Lebensvorstellung hat. Das führte zur Verscheidenheit der Haikuthemen.
         In unserem Land war das Haiku schon vor dem zweiten Weltkrieg bekannt, als die kulturellen Persönlichkeiten Rumäniens nach Frankreich geriesen haben und sie auf diese Weise die japanischen Kultur und Kunst entdeckt haben. Der Dichter, der die ersten japanischen Anthologien veröffentlicht hat, aber auch der, der eigenen Haikus geschrieben hat, war Alexandru Stamatiad im Jahr 1942 – 1943.
         Gegen 1970 – 1980 sind mehrere Anthologien von japanischen Gedichte erschienen, die die Leser über die Werken der japanischen Dichter informierten. Deshalb sind auch damals viele kleine Gedichte in manche Gedichtsbände oder Zeitschriften erschienen, die man gewöhnlicherweise Haiku nannte. Man kann über die Haikubände in Rumänien insbesondere nach 1990 sprechen, als die Zeitschrift Haiku in Bukarest  unter der Leistung von Florin Vasiliu veröffentlicht wurde. Er hat auch der Gedichtband Lyrische Interferenzen – Die Haikukonstellation,  indem er wirkliche Vorlesungen über Haiku geschrieben hat: was das Haiku bedeutet, wie es entstanden ist, welche die Konstruktionsregeln sind und wie das Haiku in Rumänien erreicht ist, welche die ersten Haikudichter waren. 
         Es gibt heutzutage immer mehrere Dichter, die im japanischen Stil Gedichte schreiben, es gibt auf diese Weise ein typisch rumänischer Haiku. Das kann man durch die Schönheit, die Reichtum und die Expressivität unserer Sprache beweisen. Unsere Sprache kann verschiedene poetische Empfindungen wiedergeben. 
         Es gibt bei uns ein Sprichwort: ”Der Rumäne ist für die Dichtung geboren“, und wenn es um schöpferisches Talent handelt, kann man über die Natur unseres Landes die besten Haikus schreiben. 
 
Vielen Dank,                                                                               
RADU PATRICHI
Ins Deutsche übertragen von Mihaela Popescu
                                                                                         
Konstanz, den 15. März 2005